Ich weiß gar nicht genau wo ich beginnen soll. Vielleicht am besten an einem Herbstabend vor 12 Jahren. Da war ich mit meiner Freundin unterwegs und an diesem Abend hat sie IHN kennen und nur kurze Zeit später auch schon lieben gelernt. Ein paar Jahre später, ganz genau weiß ich das nicht mehr, waren wir ebenfalls zusammen unterwegs. Ich kann weder sagen wo wir uns herumgetrieben haben, geschweige denn mich an irgendwelche anderen Details dieses Abends erinnern, was möglicherweise am Tequila lag, aber das ist jetzt mal Nebensache… Da hat meine Freundin dann gesagt: „Der ist es. Den werde ich einmal heiraten!“ Und ich war mir ganz sicher, dass das passieren wird.

Jetzt ist es passiert, und ich durfte ihre Hochzeitstorte backen. Ein bisschen aufgeregt war ich schon, um ehrlich zu sein. Aber ganz im Sinne von „Go-big-or-go-home“ hab ich mich selbst der „Ich-backe-eine-3-stöckige-Torte“ – Challenge gestellt.

So etwas muss man natürlich ein bisschen üben, es wurde also Probe-Gebacken und Verkostet, viele ehrliche Rückmeldungen eingefordert und an den Rezepten gefeilt, bis der große Tag gekommen ist. Bessergesagt bis die Woche gekommen ist, denn eine Hochzeitstorte bäckt sich nicht an einem Tag. (Auch nicht an zwei 🙂 )

Die Hochzeitstorte – eine Timeline

Begonnen hab ich am Dienstag mit dem Backen der Böden. Eine weise Entscheidung, denn einer der Böden hat sich etwas angestellt – erst ist er wunderbar aufgegangen und dann war plötzlich die Luft heraußen. Weg damit also und am Mittwoch hat es dann funktioniert. Alle drei Tortenböden waren genauso wie ich sie haben wollte.

Am Donnerstag sollten sie ihr köstliches Innenleben erhalten. Wer bedenkt, dass man pro Torte in etwa eine Stunde braucht, dann nochmal eine Stunde bis wieder alles abgewaschen und sauber ist, weiß dass sich das nicht mit einem relativ unruhigen Babyschlaf von maximal einer Stunde am Stück ausgeht. Ein Hoch auf die Babysitter!

Die Torten kommen in den Kühlschrank und jetzt hieß es warten und hoffen. Hoffen darauf, dass die Creme fest wird und die Torte dann in einem Stück wieder aus der Form kommt. Spoiler – es war alles gut!

Am Freitag wurden die einzelnen Torten noch dünn eingestrichen, weil naked, und machten sich auf den Weg zur Location. Dort wurden die Torten dann kurz vor dem Anschnitt gestapelt und dekoriert. Wenn ich sage, das war spannend, ist es wohl die reinste Untertreibung.

Samstag. Der Hochzeitstag. Wunderbares Wetter. Wunderschöne Brautleute. Ein wunderschönes Fest. Und eine wunderschöne Torte. Ich bin zumindest sehr zufrieden. Und erleichtert, so richtig erleichtert.

Liebe Lisa, lieber David,

ich wünsche euch von ganzem Herzen nur das Beste für eure Ehe, viel Glück und süße Stunden und dass die Erinnerung an euren besonderen Tag noch ganz, ganz lange nachhallt. Sarah

Und nun bekommt ihr natürlich noch das Rezept. Nicht für die ganze Torte – das wäre zu mühsam. Aber ihr bekommt das Rezept für den weltbesten Tortenboden, den ich in Vorbereitung auf die Torte rauf- und runtergebacken habe.

Zutaten
für eine Springform mit 20 cm Durchmesser und 10 cm Höhe (der fertig gebackene Boden ist dann 7 cm hoch!)

5 Eier
225 Zucker
175 Öl
220 gr. Mehl
1 Pkg. Vanillepuddingpulver
60 ml Milch
3/4 Packerl Backpulver

Zubereitung:

  1. Den Boden der Tortenform (ich hab eine aus Aluminium verwendet) mit passend zugeschnittenem Backpapier auslegen.
  2. Backrohr auf 180° Ober-/Unterhitze vorheizen.
  3. Eier und Zucker miteinander sehr schaumig rühren.
  4. Öl zu der Eiermasse geben und unterrühren.
  5. Mehl, Backpulver und Vanillepuddingpulver verrühren und ebenfalls unter den Teig rühren.
  6. Zum Schluss die Milch unterrühren.
  7. Den Teig in die Form füllen und ca. 1 h backen.
  8. Am nächsten Tag darf der Teig ruhen. Mit einer Silikonspachtel vorsichtig einmal rundherum den Rand lösen und stürzen. Nun könnt ihr euch mit der Füllung austoben.

Gefüllt habe ich die Torten wie folgt:

Erdgeschoß (30 cm Durchmesser): Himbeeren und Topfen
1. Stock (25 cm Durchmesser): Kaffeecreme und Espressoganache, die Böden hab ich noch zusätzlich mit Espresso getränkt.
2. Stock (20 cm Durchmesser): Maracuja und griechisches Joghurt


Fotos: Farbenspielfotografie

Facebookpinterest
CategoriesAllgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.