1,2,3 – i koch di ein – dieses Mal Knoblauchconfit

Würde unsere Küche das Studio einer Kochsendung sein, müsste die aktuelle Sendereihe den Titel 1,2,3 – i koch di ein bekommen. Es wird nämlich seit einigen Wochen eingekocht was das Zeug bzw. die Weckgläser halten.

Sehr verehrtes Publikum, ich darf sie recht herzlich zur aktuellen Ausgabe von 1,2,3 – i koch di ein begrüßen, ganz besonders begrüßen darf ich heute unseren Stargast den Knoblauch – langsam in Öl und Gewürzen geschmort, wird er heute von uns eingekocht. 

Knoblauchconfit (2)

In einem meiner Lieblingskochbücher Balagan! von Haya Molcho habe ich dieses Rezept für Knoblauchconfit entdeckt und schon lange damit geliebäugelt. Heute wünsche ich mir ich könnte die Zeit um 2 Jahre zurückdrehen (solange habe ich nämlich besagtes Kochbuch schon) und würde sofort mit dem Confieren von Knoblauch beginnen. Ich kann mir nämlich kaum mehr vorstellen, wie ich die letzten Jahre ohne diesen fabelhaften Knoblauch ausgekommen bin.

Knoblauchconfit selbst zu machen ist eigentlich ganz einfach und der Geschmack ist überwältigend. Wir lieben ja Knoblauch sowieso, aber manchmal ist frischer Knoblauch etwas zu scharf und erst der Mundgeruch hinterher – aber das brauch ich wahrscheinlich niemandem erzählen. Confierter Knoblauch schmeckt wesentlich milder aber genauso knoblauchig (sagt man das so?) und deshalb passen die weichgeschmorten Zehen perfekt zu Salatdressings, Dips und Saucen, Knoblauchbutter oder einfach pur auf geröstetes Brot.

Knoblauchconfit (5)

Früher dachte ich immer Marmelade selber zu machen und Obst und Gemüse einzukochen sei total viel Arbeit – aber heute bin ich klüger und weiß, ist es gar nicht. Das Einzige, das man als etwas aufwändiger bezeichnen könnte, ist das Sterilisieren der Gläser. Wenn man das aber gewissenhaft macht, hat man eindeutig länger Freude an den selbstgemachten Köstlichkeiten. Wer wie ich schon einmal ein paar Gläser der weltbesten Marillenmarmelade wegschmeißen musste, wird sicher sehr sehr sorgfältig seine Marmeladengläser auskochen.

Seit ich entdeckt habe, wie einfach es ist Süßes und Pikantes in Gläsern haltbar zu machen haben sich schon so einige Schätze in unserem Lagerkeller versammelt. Es lagern da unten munter vor sich hin:

  • Marillenmarmelade
  • Beerenmarmelade
  • eingekochte Vanillebirnen
  • Zwiebelmarmelade
  • Ketchup
  • Rinderfond
  • Hollersaft
  • Rhabarber-Chutney
  • Knoblauchconfit.

Wäre unser Haus eine Burg – unser Keller wäre die Schatzkammer.

Knoblauchconfit (6)

Beim Einkochen von Knoblauchconfit ist nicht viel dabei, es gibt nur ein paar Punkte, die man sich wirklich zu Herzen nehmen sollte:

  1. Es ist sinnvoll gleich eine größere Menge Knoblauch zu verarbeiten – um Strom zu sparen.
  2. Knoblauchzehen schälen geht einfacher wenn man sie ein paar Sekunden in kochendem Wasser blanchiert (hätte ich das vor dem Schälen von 1 kg Knoblauch gewusst, wären mir zwei schmerzhafte Blasen an Daumen und Zeigefinger erspart geblieben – diesen Schritt also keinesfalls auslassen)
  3. Die Weckgläser müssen wirklich sauber sein – dazu die Gläser entweder im Backrohr oder im Topf sterlisieren. Die Weckgummis müssen ausgekocht werden.

Knoblauchconfit (7)

So, das wars jetzt auch schon mit der Gscheidmeierei  – hier das Rezept für 6 Gläser à 290 ml.

Zutaten

1 kg  abgezogene Knoblauchzehen
ca. 1,25 l Olivenöl
10 Thymianzweige
3 EL braune Senfkörner
5 Lorbeerblätter
2 EL grobes Meersalz
1 TL grobgemahlener Pfeffer

Zubereitung

Alle Zutaten in eine feuerfeste Form geben und soviel Olivenöl angießen, dass alles bedeckt ist. Bei 150° ca. 1,5 Stunden schmoren lassen. Währenddessen die Weckgläser vorbereiten – Gläser und Gummis in sprudelnd kochendem Wasser mindestens 10 min. auskochen. Die heißen Gläser auf ein feuchtes Geschirrtuch stellen und so mit heißem Knoblauchconfit füllen, dass alle Zehen von Öl bedeckt sind. Die Gläser verschließen. Eine Auflaufform mit einem Geschirrtuch auslegen, die Gläser reinstellen und so viel heißes Wasser angießen, bis die Gläser ca. 2 cm im Wasserbad stehen. Im Ofen  mind. 30 min bei 150 ° einkochen. Im Ofen auskühlen lassen und kühl und dunkel lagern.

Bei mir ist etwas Öl übrig geblieben, ich habe es in eine Flasche abgefüllt und verwende es zum Kochen und für Salate.

Knoblauchconfit (8)

Vielen Dank fürs Zuschauen und ich hoffe sie sind auch nächstes Mal dabei, wenn es wieder heißt 1,2,3 – i koch di ein.

PS:  Weil wir gerade beim Thema Einkochen sind – schaut mal hier – da haben wir quasi fremdgekocht. Keine Sorge, das soll nicht zur Gewohnheit werden, aber wir freuen uns sehr, dass uns Julia von www.habe-ich-selbstgemacht.de ein Plätzchen auf ihrem Blog zur Verfügung gestellt hat.

Marmelade nudlholz (4)

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