Leberknödel

Wir haben uns wieder Hilfe geholt und mit unseren Freunden gekocht. Gemeinsam kochen und neues Ausprobieren wird wohl zu unserem Motto für 2016. Dieses Mal haben wir versucht ein Urgestein der Innviertler Küche selbst herzustellen. Leberknödel. Bisher gabs Leberknödel für uns nur von Oma oder auf dem Christkindlmarkt. Aber, so frisch gemacht und heiß vernascht, sind die selbstgemachten Leberknödel wirklich ein Gedicht. Dass diese kleinen frittierten Köstlichkeiten eigentlich als Suppeneinlage gedacht sind, ist mir nahezu unverständlich – einen frisch gebackenen Leberknödel in einer Suppe zu ertränken, grenzt meiner Meinung nach an ein Verbrechen. Am nächsten Tag spricht natürlich nichts dagegen, die kalten Leberknödel in einem heißen Suppentopf wiederzubeleben.

Innereien sind ja für viele ein rotes Tuch, und ich muss zugeben für mich eigentlich auch. Leberknödel sind die einzige Speise aus Eingeweiden, die in meinem Mund landet. Wenn die Leber wie in unserem Fall bio ist und vom glücklichen Rind stammt (schau mal hier), fällts einem schon etwas leichter. Ich muss gestehen, als wir die Leber durch den Fleischwolf gedreht haben, war der Appetit kurzzeitig weg. Aber Augen zu und Hände rein – wenn alles gut mit Knödelbrot vermischt ist, schauts schon wieder recht appetitlich aus.

Leberknödel selbstgemacht

Leberknödel selbstgemacht

Wir haben 40 Leberknödel gebacken (nein, eigentlich 39, denn die Katze war schneller 🙂 ) und ich würde euch auch raten, gleich diese große Menge zu machen. Für weniger Knödel braucht man nämlich genauso viel Öl, welches man im Anschluss entsorgen muss. Die Leberknödel lassen sich gut einfrieren, verschenken, naschen und der Aufwand ist fast der gleiche, ob man nun 20 oder 40 Knödel macht.

Leberknödel selbstgemacht

Leberknödel selbstgemacht
Das Formen geht am Besten mit nassen Händen.

Die Leberknödel wurden bei uns auf der Terasse in einer elektrischen Pfanne gebacken – so riecht die Wohnung nicht tagelang nach Frittiertem, was ein großer Vorteil ist. Einen Nachteil hatte die Sache auch, während sich die Männer für das kalte Wetter draußen rüsteten, hatte auch die Katze die Knödel erspäht. Als sie entdeckt wurde, biss sie beherzt noch zweimal zu, ehe sie sich verjagen ließ. Naja, ein Knödelopfer bei 40 Leberknödeln kann man verschmerzen und die Katze hat sich gefreut.

Leberknödel selbstgemacht

 

Mein Name ist Hase
Mein Name ist Hase – ich weiß von nichts!

Zutaten für 40 Leberknödel

1 kg Rindsleber
1 kg Knödelbrot
ca. 1/2 l warme Milch
6 Eier
Salz, Pfeffer, Majoran, Petersilie
1-2 Zwiebeln (kleingeschnitten und glasig gedünstet)
Semmelbrösel (zum Wälzen)

ca. 2 l Sonnenblumenöl zum Ausbacken

Zubereitung

Die Leber grob schneiden und durch den Fleischwolf drehen (mittlere Lochscheibe). Mit allen Zutaten vermengen und den Teig eine Viertelstunde rasten lassen. Wenn der Teig noch zu weich zum Formen ist, Semmelbrösel dazu geben. Anschließend gleich große Knödel formen (in etwa 40 Stück)  und in Semmelbrösel wälzen. Die Knödel im heißen Öl schwimmend ausbacken – das Öl sollte ca. 160 ° heiß sein (ist es kälter, saufen sich die Knödel mit Fett an; ist es heißer verbrennen sie außen, ehe sie innen gar sind) Zur Backzeit kann ich jetzt keine genauen Zeitangaben machen. Wenn sie außen schön braun und knusprig sind, sollten sie innen eigentlich gar sein. Einfach mal einen zur Probe anschneiden – so haben wir’s auch gemacht. Learning by doing.

Die ersten Leberknödel haben wir gleich heiß genascht – ein paar wurden verschenkt und der Rest als Suppeneinlage eingefroren. Der „Wir-haben-keine-Lust-zum-Kochen-Tag“ kommt bestimmt, und dann gibt’s Leberknödelsuppe.

Facebookpinterest

4 Gedanken zu „Leberknödel

  • Januar 26, 2017 um 10:02 am
    Permalink

    Danke für das tolle Rezept. Habe es mit Putenleber versucht. Schmecken hervorragend!
    Einige wurden gleich verkostet, der Rest eingefroren. Bei mir gibts dann immer „welche Suppe koch´ ich heute?“ – Tag. Sind sehr praktisch zu verwenden.

    Antwort
    • Januar 26, 2017 um 10:12 am
      Permalink

      Hallo Christine, vielen Dank für deinen Kommentar!
      Bei uns sind auch immer Leberknödel eingefroren „auf Lager“.
      LG Alex

      Antwort
  • Februar 1, 2018 um 8:30 am
    Permalink

    Da hab ich ein besseres Rezept
    1/2 kg faschierte Leber
    Ca 1 kg Knödelbrot in Milch eingeweicht und ausgedrückt
    Salz, Pfeffer
    1/2 Würfel zerlassene Rama
    2 geröstete Zwiebel
    Knoblauch, Petersilie
    5 Eier
    Suppenextrakt
    1/2 geriebene Zitronenscheibe
    Semmelbrösel
    Alles gut miteinander vermischen, Hände mit Milch befeuchten,
    kleine Knödel formen und in Öl dunkelbraun ausbacken.
    Ich nehme einen Eisportionierer und backe sie ausnahmsweise in
    der Fritteuse bei 160 – 170 Grad ca 12 – 14 Minuten.
    DIE BESTEN LEBERKNÖDEL WO GIBT!!!

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .