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Ripperl, die vom Knochen fallen

Wir hatten letztes Wochenende etwas zu feiern – der Rohbau ist fertig. Das heißt in unserem Fall: Wir sind einem bisher bewohnbaren Haus mit Stemmhammer und Schaufel zu Leibe gerückt und haben alles rausgerissen, was uns nicht in den Kram Plan gepasst hat. Tragende Mauern inklusive. Dann wurde das fehlende wieder dazugemauert und tada Rohbau ist fertig. Und weil das wirklich wirklich ein Grund zum Feiern ist, haben wir uns ein schönes Essen auf der Terrasse gegönnt. Und die Ripperl, die so zart sind, dass sie beim bloßen Anblick schon vom Knochen fallen, schienen uns für diesen Anlass passend. Denn der Stemmhammer-geplagten Hände brauchen Erholung.

Und wie funktioniert das jetzt, dass diese Ripperl so einfach vom Knochen fallen – das wollt ihr bestimmt wissen. Ganz einfach – und zwar so einfach, dass sich dieses Mal sogar der weibliche Teil des nudlholz auf dieses männerdominierte Terrain gewagt hat. Das Zauberwort heißt in diesem Fall: Zeit! Und zwar mindestens zwei Stunden, die die Ripperl vorher in etwas Apfelsaft und Wasser geschmort werden. Anschließend werden sie abgetupft und mit köstlicher BBQ-Sauce glasiert ehe sie nochmal für ca. 20 Minuten auf der indirekten Zone (ihr seht schon, ich spreche „Grill“) die Hitze der Glut zu spüren bekommen.

Tja, und das war schon die ganze Hexerei. Dazu gibt’s frühe Erdäpfeln, im Ganzen gegart und sonst nichts mehr. Denn viel zu oft überfordert mich so eine große Grillage – da liegen Schopfkotelett und Käsekrainer auf dem Rost, und eifern mit Pute, Fisch und Spießen um die Wette. Nicht zu vergessen die 20 Salate, das Grillgemüse, die Saucen und das Knoblauchbrot…. Wer, bitteschön, schafft es hier sich zu entscheiden. Na gut, mit dem Problem mag ich alleine sein, aber wer bitte, schafft es, sich nicht gnadenlos zu überfessen. Ha, hab ich euch. Passiert bei den Ripperl nicht. Es gibt genau die richtige Menge und einen Hauptdarsteller, auf den sich alle Geschmackssinne voll und ganz stürzen können. Dankt mir ruhig später. Und ich hoffe ich werde trotzdem noch ab und zu zum Grillen eingeladen, weil ein bisschen überfressen gehört hie und da einfach dazu.

Zutaten für 2 Personen:

2 Reihe Spare Ribs

Gewürzmischung „Magic Dust“:
1 TL Salz
2 TL geräuchertes Paprikapulver
1 TL brauner Zucker
1 Knoblauchzehe
1 TL Koriandersamen

2 EL Olivenöl
etwas Apfelsaft/Wasser

BBQ-Sauce:
300 g Tomatenpassata
200 g Apfelmus
20 gr. Honig
40 ml Apfelessig
1 Knoblauchzehe
1 kleine Zwiebel
1 TL gehackter Ingwer
2 TL geräuchertes Paprikapulver
1 Prise Piment
1 Prise gemahlener Koriander
Salz, Pfeffer

1/2 kg. kleine Erdäpfel

Zubereitung:
1. Die Ripperl von der Silberhaut befreien (da gibt’s auf Youtube einiges dazu). Die Gewürze für die Gewürzmischung mörsern und mit Öl vermischen. Die Rippchen gut damit einreiben und in eine Auflaufform legen.
2. Apfelsaft und/oder Wasser dazugießen, bis die Ripperl bis zur Hälfte in der Flüssigkeit baden. Evtl. mit Alufolie abdecken* und bei 150 ° im Rohr oder auf dem Grill für 2 h garen.
3. Währenddessen habt ihr Zeit für die BBQ -Sauce:
Zwiebel, Knoblauch und Ingwer fein schälen und hacken. In etwas Olivenöl andünsten. Die Gewürze kurz mitrösten und mit Tomatenpassata aufgießen. Als nächstes Apfelmus, Honig und den Essig hinzugeben und die Sauce auf niedriger Stufe sämig einköcheln lassen. Das darf schon eine Stunde dauern. Dann wird die Sauce püriert und wer es ganz fein möchte, passiert sie auch noch.
4. Die Ripperl aus dem Sud nehmen und etwas abtupfen. Mit BBQ-Sauce einstreichen und ab damit auf den Grill (der sollte zwischen 150 und 180° haben) Nach 10 Minuten wenden und nach 20 Minuten sind sie bereit.
5. Die kleinen Erdäpfel werden gewaschen und kommen (ganz ohne nix) auf ein Backblech. Wo sie bei 200° ca. 20 Minuten gebacken werden. Auf dem Teller zerdrückt man sie dann und streut etwas grobes Salz darüber.

*Ich hab die Rippchen nicht mit Alufolie abgedeckt, weil ich die nicht so gerne verwende und aus diesem Grund auch gar keine mehr daheim hab. (Denn wär sie im Küchenkastl, würd ich viel zu oft aus Bequemlichkeit zu ihr greifen – also aus den Augen, aus dem Sinn!)

TIPP: Man braucht natürlich nicht die ganze BBQ-Sauce für die Ripperl – füllt den Rest einfach in ein sauberes Marmeladenglas und stellt sie in den Kühlschrank. Dort darf sie auf die nächsten Ripperl warten, oder ihr esst sie einfach zu einem anderen Stück Fleisch vom Grill.

Magic Dust: Unsere Gewürzmischung ist natürlich nur eine Variante – um einen richtigen Rub herzustellen ist Knoblauchpulver nötig und solches hatten wir nicht. Und mit dem richtigen Rub kann man auch aufs Olivenöl verzichten.

Fingerlicking good diese Ripperl, die vom Knochen fallen.

nudlholz
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